Bei einer Kombiwette multipliziert sich nicht nur die Quote, sondern auch die Marge des Buchmachers. Bei fünf Tipps sind das schon 22,6 % statt 5 %.
Fünf Tipps auf einem Schein sehen aus wie fünfmal mehr Chance. Sie sind ungefähr fünfmal weniger.
Das ist kein Sprachspiel, sondern das Ergebnis einer Multiplikation, die jeder nachrechnen kann und fast niemand nachrechnet. Kombiwetten sind das beliebteste Produkt jedes Buchmachers – und aus seiner Sicht auch das mit Abstand profitabelste. Warum das so ist, steht hier.
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Wie eine Kombiwette rechnet
Die Quoten werden multipliziert. Fünf Tipps zu je 1,80:
1,80 × 1,80 × 1,80 × 1,80 × 1,80 = 18,90
Aus 10 € werden also 189 €, wenn alle fünf stimmen. Beeindruckend – bis man die andere Seite anschaut.
Denn die Wahrscheinlichkeiten werden ebenfalls multipliziert. Wenn jeder einzelne Tipp zu 55 % eintrifft, liegt die Chance auf alle fünf bei:
0,55 × 0,55 × 0,55 × 0,55 × 0,55 = 5,03 %
Fünf Tipps, bei denen du dir jeweils ziemlich sicher bist, ergeben zusammen eine Wette, die in 19 von 20 Fällen verliert.
Der Teil, der wirklich weh tut
Jetzt kommt das Argument, das man selten liest, weil es unbequem ist: Die Marge des Buchmachers wird bei einer Kombiwette ebenfalls multipliziert.
Bei jeder Einzelwette behält der Buchmacher einen Aufschlag ein – typischerweise etwa 5 %. Das ist der Unterschied zwischen der fairen Quote und der angebotenen. Bei einer Einzelwette zahlst du diesen Aufschlag einmal. Bei einer Fünferkombi zahlst du ihn fünfmal, und zwar multiplikativ.
| Anzahl Tipps | Tatsächliche Marge (bei 5 % je Tipp) |
|---|---|
| 1 | 5,0 % |
| 2 | 9,8 % |
| 3 | 14,3 % |
| 4 | 18,5 % |
| 5 | 22,6 % |
| 10 | 40,1 % |
Rechnen wir das Beispiel von oben zu Ende. Wären die fairen Quoten jeweils 1,90 statt 1,80, müsste die faire Gesamtquote bei 1,90⁵ = 24,76 liegen. Angeboten werden dir 18,90.
Du bekommst also 76 % dessen, was fair wäre. Fast ein Viertel des Wertes bleibt beim Buchmacher – bei einer einzelnen Wette wären es 5 % gewesen.
Das ist der ganze Grund, warum Kombiwetten so intensiv beworben werden, warum es Kombi-Boosts gibt und warum die App dir nach jedem Einzeltipp vorschlägt, doch noch einen dazuzunehmen.
Wer das im Detail durchrechnen will: Unser Kombiwetten-Rechner macht die Multiplikation samt Auszahlung, und der Quoten-Umrechner hilft, wenn die Quoten im englischen oder amerikanischen Format vorliegen.
Was Systemwetten anders machen
Bei einer Systemwette müssen nicht alle Tipps stimmen. Ein „3 aus 5“ zerlegt deine fünf Auswahlen in alle zehn möglichen Dreierkombinationen und wettet auf jede einzeln.
Der Vorteil: Du gewinnst auch dann etwas, wenn zwei Tipps danebengehen. Der Preis: Du zahlst zehn Einsätze statt einem, und der maximale Gewinn ist deutlich niedriger als bei der reinen Fünferkombi.
Ehrlich gesagt: Systemwetten sind keine Lösung für das Margenproblem, sie verteilen es nur. Was sie tatsächlich verbessern, ist die Schwankungsbreite – du gewinnst kleiner, aber öfter. Ob dir das lieber ist, ist Geschmackssache, keine Rechenfrage.
Cash-out: bequem und teuer
Wenn drei von fünf Tipps stimmen und der Anbieter dir 60 € statt der möglichen 189 € anbietet, ist das kein neutraler Vorschlag. In diesen Betrag ist eine zweite Marge eingerechnet, zusätzlich zu der, die du schon beim Abschluss bezahlt hast.
Cash-out kann trotzdem sinnvoll sein – wenn du das Geld brauchst oder wenn du den Nervenkitzel loswerden willst. Nur als rechnerisch gute Entscheidung sollte man es nicht verkaufen. Es ist der Kaffee am Bahnhof: Man zahlt für die Bequemlichkeit, und das ist in Ordnung, solange man weiß, dass man es tut.
Wann eine Kombiwette Sinn ergibt
Es gibt zwei ehrliche Antworten.
Erstens: als Unterhaltung. Ein Zehner auf sechs Spiele am Samstagnachmittag ist ein Ticket für vier Stunden Spannung. Wer das so einordnet, macht nichts falsch – solange der Zehner wirklich ein Zehner bleibt.
Zweitens: wenn du bei jedem einzelnen Tipp einen Vorteil hast. Denn der multipliziert sich genauso wie die Marge. Wer bei einer Einzelwette systematisch besser einschätzt als der Buchmacher, potenziert diesen Vorteil in der Kombi. Wer das nicht kann – also fast alle – potenziert den Nachteil.
Ob ein einzelner Tipp überhaupt Wert hat, lässt sich ausrechnen. Genau dafür gibt es den Value-Bet-Rechner. Und wer wissen will, wie weit sein Budget bei einer bestimmten Einsatzhöhe reicht, findet die Antwort im Bankroll-Rechner.
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Häufige Fragen
Wie berechnet man eine Kombiwette?
Alle Einzelquoten werden miteinander multipliziert, das Ergebnis mit dem Einsatz. Fünf Tipps zu je 1,80 ergeben eine Gesamtquote von 18,90 – aus 10 € Einsatz werden 189 €.
Warum sind Kombiwetten schlechter als Einzelwetten?
Weil sich nicht nur die Quoten multiplizieren, sondern auch die Marge des Buchmachers. Bei 5 % Aufschlag je Tipp liegt die tatsächliche Marge bei fünf Tipps schon bei rund 22,6 %, bei zehn Tipps bei über 40 %.
Was ist eine Systemwette?
Eine Wette, bei der nicht alle Tipps stimmen müssen. Ein System „3 aus 5“ bildet alle zehn möglichen Dreierkombinationen und setzt auf jede einzeln. Das kostet zehn Einsätze, gewinnt aber auch bei zwei falschen Tipps.
Lohnt sich der Cash-out?
Rechnerisch selten. In den angebotenen Betrag ist eine zusätzliche Marge eingerechnet. Als Mittel, um vorzeitig auszusteigen, kann er trotzdem sinnvoll sein – man sollte nur wissen, dass man dafür bezahlt.
Wie viele Tipps sollte eine Kombiwette maximal haben?
Je weniger, desto besser fürs Ergebnis. Mit jedem zusätzlichen Tipp steigt die effektive Marge, und die Trefferwahrscheinlichkeit sinkt multiplikativ.
Was ist ein Kombi-Boost?
Ein prozentualer Aufschlag auf den Gewinn ab einer bestimmten Anzahl von Tipps. Er mildert die Marge ab, hebt sie aber in aller Regel nicht auf – sonst würde ihn niemand anbieten.