Die Wirkung von blinkenden Lichtern und Geräuschen an Spielautomaten
Einer heute veröffentlichten Studie zufolge tragen die von Spielautomaten ausgesendeten Lichter und Geräusche zu ihrer suchterzeugenden Wirkung bei.
Wissenschaftler der University of British Columbia führten Experimente mit menschlichen Versuchspersonen durch, indem sie Glücksspiel-Aufgaben und „sensorische Reize“ – etwa blinkende Lichter und eingängige Melodien – einsetzten.
Sie stellten fest, dass Menschen, die Reizen ausgesetzt waren, die mit früheren Gewinnen verknüpft waren, riskantere Entscheidungen trafen und Informationen über ihre Gewinnchancen schlechter richtig deuten konnten.

Wie funktionieren Spielautomaten?
Spielautomaten kombinieren reichlich Belohnungen und Reize.
Forscher, die die Wirkung von Glücksspiel untersuchen, entwickelten ein Modell, das zwei Lernmechanismen verbindet – die operante (die Belohnungsstruktur analysierende) und die klassische (auf die Reize fokussierende) Konditionierung – und diese mit der Funktionsweise des Belohnungssystems des Gehirns verknüpft.
Neben Belohnungen und Reizen spielen auch Umwelt-, soziale und wirtschaftliche Faktoren eine erhebliche Rolle bei der Entstehung von Glücksspielgewohnheiten. Zugleich rückt der Spielautomat selbst immer mehr ins Zentrum dieses Systems.
In einer neuen Studie führten die Forscherinnen Catharine Winstanley und Mariya Cherkasova Experimente durch, bei denen die Versuchspersonen Belohnungen ausgesetzt und dabei von blinkenden Lichtern und Casino-Geräuschen stimuliert wurden. Das löste erhöhte Erregung aus – nachgewiesen über die Messung der Pupillenerweiterung – und verringerte die Empfindlichkeit für Informationen über Chancen und Wahrscheinlichkeiten.
Die Entscheidungsfindung wurde riskanter, was wiederum mit der Entstehung problematischer Formen des Glücksspiels zusammenhängt.
„Verlorenes Geld, das wie ein Gewinn aussieht“
Das sogenannte Phänomen „verlorenes Geld, das wie ein Gewinn aussieht“ ist ein gutes Beispiel für riskante Entscheidungen und die Verstärkung des Spielverhaltens.
Es tritt auf, wenn ein Spieler auf mehreren „Linien“ eines Automaten setzt und so einen „Gewinn“ erhalten kann, der in Wirklichkeit geringer ist als der ursprüngliche Einsatz. Bei einer Wette von 5 Dollar kann der Spieler zum Beispiel 50 Cent „gewinnen“. Diesen Verlust von 4,50 Dollar feiert das Spiel jedoch mit denselben Geräuschen und visuellen Effekten wie einen echten Gewinn.
Dadurch neigen Spieler dazu, ihre Gewinne zu überschätzen. Das Spiel verstärkt die Wirkung so, ohne dass dem Betreiber Kosten entstehen.
In einigen australischen Bundesstaaten, etwa Tasmanien und Queensland, wurde diese Praxis zum Verbraucherschutz verboten. Bei solchen „Gewinnen“ sind keinerlei visuelle oder akustische Effekte erlaubt.
Spiel bewusst, kenne die Risiken und behalte deine Entscheidungen immer in der Hand!
Häufig gestellte Fragen
Warum beeinflussen blinkende Lichter und Geräusche unsere Entscheidungen an Spielautomaten?
Studien zufolge verstärken diese Reize den Erregungszustand und verringern unsere Empfindlichkeit für Informationen über die Chancen, was zu riskanteren Entscheidungen führen kann.
Was bedeutet es, wenn ein „Gewinn“ in Wirklichkeit ein Verlust ist?
Das tritt auf, wenn du auf mehreren Linien setzt und die Gesamtauszahlung geringer ist als dein ursprünglicher Einsatz – das kann ein trügerisches Sicherheitsgefühl geben, obwohl du tatsächlich Geld verloren hast.
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